• der weg der menschen...

  • Trümmer

  • Herbst

  • Die Kälte

  • Ertrinken

  • Zeitlos

  • Im Aufzug auf der Fahrt nach unten

  • Slow Dance

  • Hoffnung hoffen

  • Parallelmelancholie

  •    

    der weg der menschen...

    wir

    ungläubig starren wir aus unseren hohlen masken,
    zunächst unscheinbar und schlicht, doch dann
    wandeln wir uns zu wahrhaft gefährlichen mechanismen.
    aufgestaute energie und agressionen entladen sich in
    diesem nätürlichen schauspiel, indem es keinen sieger
    gibt, sondern nur besiegte.
    beängstigend ist unser prinzip; offen, beeinflußbar, ein
    gemisch aus allerlei, das sich persönlichkeit nennt.
    egoismus an oberster stelle, verdammt zu leben in einer
    gefährlichen welt, die wir mit unserem eingeschränkten blick
    sehen.

    wir bewegen uns an der oberfläche.

    ich sehe aus mir heraus, doch was ich Ich bezeichne, ist nur
    ballast. ich bin das sehen und denken.

    richtungslosigkeit

    fallt nun alle in diesen tiefen schlaf, der euch
    diese welt in einem gleichsam fahlen licht erscheinen
    läßt. das geschehen rauscht an euch vorbei.
    das neue tempo unserer zeit.

    wir sind richtungslos verloren zwischen hochhausbeton
    und dem lärm der strasse. verschwendet weiter, denn die
    zukunft gehört doch uns...?
    getrieben in eine richtung, die entsetzen und kritik hervorruft, doch
    die auswegslosigkeit verschließt alle anderen wege.

    schlechter frieden. der krieg tobt unbemerkt seit jahren, aber die
    menge der unwissendgemachten glaubt dieser staatlichen täuschung.
    ein kampf jeder gegen jeden, unzufriedenheit gegen verlorenheit
    mensch gegen mensch, arm gegen noch ärmer.

    traurig eingeschläfert durchwandern wir diesen öden ort, unwissend,
    daß jeder sein eigener mittelpunkt ist- in einer zeit ohne Identität.

     Verfasser: unbekannt


     zurück zum Anfang

    Trümmer

    Ich sitze hier vor den Trümmern unserer Freundschaft
    Einmal war sie ein solides Gebäude
    Bot Schutz und Zuflucht
    vor den Gefahren da draußen

    Wir verliesen uns aufeinander
    waren Freunde
    Was braucht man noch Wort
    Wir waren Freunde
    nicht mehr
    nicht weniger

    Doch jetzt
    sitze ich hier vor den Trümmern unserer Freundschaft
    Eine Ruine, sie scheint schon ewig unbewohnt
    Warum?

    Da war jener Tag
    Jener Tag im August, die Sonne brannte

    Doch nicht nur die Sonne-
    Ich hatte mich nach all der Zeit zusammen
    an dir verbrannt
    Ich flüchtete, den Brand zu löschen

    Doch dann brauchtest Du mich
    und ich war weg
    Doch ich schützte mich vor dem
    Feuer in mir
    das da loderte
    heiß, wild
    mir unbekannt

    Und du sagtest: „Aus"
    Und du sagtest: „Ich hasse dich"

    Es blieben die Trümmer zurück
    weil ich mich an dir verbrannt hatte
    und du meintest, es sei
    Egoismus
    Rücksichtslosigkeit

    Ich wollte dir und unserem Haus keinen Schaden antun
    Meine Wunden solltest du nicht sehen
    Darum war ich nicht da, als du mich brauchtest
    Sonst wäre unser Haus abgebrannt
    Und nur Asche, kalt und grau
    wäre geblieben

    Jetzt brennen meine Tränen
    in den Wunden
    Ich habe Angst
    Ich bin allein
    mit meinen Tränen
    und den
    Trümmern unserer Freundschaft

     

    Verfasser: Blaschka Albin
    albin.blaschka@mh.sbg.ac.at

    zurück zum Anfang

     

    Herbst

    Letztes Aufbäumen
    Letztes Aufflackern
    Strahlende Farben
    Wildgewordener Herbst
    leert sich über die Wälder

    Letztes Aufbäumen
    Doch das weiße Leichentuch
    kommt
    kommt leise
    kommt unerbittlich
    und hüllt dich ein

    Ein vielmaliges Sterben
    rund um mich
    in mir

    ich
    Gehüllt in Watte

    Unfähig zu
    sein

     

    Verfasser: Blaschka Albin
    albin.blaschka@mh.sbg.ac.at

    zurück zum Anfang

    Die Kälte

    Ein Tag.
    Einer dieser Tage
    Ich weiß nicht was es ist, aber es gibt sie und ich bin hilflos dagegen.

    Menschen.
    Figuren in einem unerklärbaren Spiel, fast schon Marionetten.
    Gefühle erkalten, Beziehungen sterben, was bleibt sind Verwundete
    Verwundete, die es nicht merken, dass sie andere verletzen.

    Und hier stehe ich. Mitten drunter.
    Oft ist’s mir als sei ich eingehüllt in Watte.
    Alles weich, aber unfähig zu leben.
    Ich will nicht so sein wie sie.

    Doch spüre ich die Kälte in mir aufsteigen.
    Diese Kälte an diesen Tagen
    Nie sie kommt von anderen.
    Sie würgt alles ab.
    Sie umgibt mich, mauert mich ein.
    NEIN !!

    Ich kenne das Gefühl, wenn einem das Blut in den Adern kocht.
    Und brodelt. Und nirgends Dampf abgelassen werden kann.
    Das Leuchten von Augen, auf mich gerichtet.
    Wie vermisse ich es !
    Die Kälte kommt.
    Sie mauert.
    Sie trennt.
    Sie gleicht aus.
    Sie hobelt alles glatt.
    Und sie kommt.

    Ich spüre sie.
    Tief in mir. Werde ich wie sie?
    Sie ergreift mich.
    Ich will nicht, dass sie mich packt 
    Ich muß Widerstand leisten.
    I..ch...muuuß.........Wiiider....stand
    I....ch...

     

    Verfasser: Blaschka Albin
    albin.blaschka@mh.sbg.ac.at

    zurück zum Anfang

    Ertrinken

    Menschenmenge
    Menschenmeer
    Menschenwogen

    Hilfe, ich ertrinke

    Ideen, weggespült, weggerissen
    Versuche, sie zu halten
    Vergeblich
    ein Tropfen
    Menschenmeer

    Individualität
    ersoffen
    im Menschenmeer
    so wie ich

     

    Verfasser: Blaschka Albin
    albin.blaschka@mh.sbg.ac.at

     

    zurück zum Anfang

    Zeitlos

    Zeit läuft
    Alle auf die Plätze!
    Zeit rinnt
    Dammbruch!
    Die Zeit nimmt mich mit
    Zeit ermordet die Zukunft
    Kaum bekannt, vorbei, weg
    Zeit läuft
    Alle auf die Plätze!
    Wer den Start versäumt, ist selbst schuld
    Das Leben läuft auch ohne dich
    Lebensstrom, Zeitstrom
    alles fließt
    alles zerfließt
    Kaum willst du etwas greifen
    ist es Vergangenheit, vorbei
    Zeit läuft
    Alle auf die Plätze!
    Lauf, lauf...
    Laufe immer weiter
    Zeit raubt dich
    Zeit nimmt mich
    Zeit
    Es ist Zeit...
    Zeit läuft
    Alle auf die Plätze!
    Wer ist als erster am Friedhof...

     

    Verfasser: Blaschka Albin
    albin.blaschka@mh.sbg.ac.at

    zurück zum Anfang

     

     

     

     

    Im Aufzug auf der Fahrt nach unten

     

     

    Ein Angehöriger der weißen Rasse 

           steigt im 17. Stockwerk zu.

    Er ist alt und dick, und teuer angezogen.

     

    Ich sage Hallo / Ich bin freundlich.

           Er sagt : " Hi."

     

    Dann inspiziert er meine Kleider.

     

    Ich bin nicht teuer angezogen.

    Ich glaube, sein linker Schuh

    hat mehr gekostet 

    als alles, was ich anhabe .

     

    Er will nicht mehr mit mir reden.

     

    Ich glaube, ihm ist nicht ganz klar,

    daß es wirklich abwärts geht

    und daß es keine Kleider mehr gibt,

    wenn man schon ein paar tausend Jahre tot ist.

     

    Während wir schweigend nach unten fahren

    und im Erdgeschoß aussteigen,

           denkt er,

    daß wir getrennte Wege

           gehen.

     

    Autor: Richard Brautigan

     

    zurück zum Anfang

     

     

     

    Slow Dance

     

    Have you ever watched kids
    On a merry-go-round?
    Or listened to the rain
    Slapping on the ground?
    Ever followed a butterfly's erratic flight?
    Or gazed at the sun into the fading night?
    You'd better slow down.
    Don't dance so fast.
    Time is short.

    The music won't last.

     

    Do you run through each day
    On the fly?

    When you ask "How are you?"
    Do you hear the reply?
    When the day is done
    Do you lie in your bed
    With the next hundred chores
    Running through your head?

    You'd better slow down
    Don't dance so fast.
    Time is short.
    The music won't last.

     

    Ever told your child
    We'll do it tomorrow?
    And in your haste
    Not see the sorrow?

    Ever lost touch,
    Let a good friendship die
    Cause you never had time
    To call and say "Hi"?
    You'd better slow down.
    Don't dance so fast.
    Time is short.
    The music won't last.

     

    When you run so fast to get somewhere
    You miss half the fun of getting there.
    When you worry and hurry through your day,
    It is like an unopened gift...
    Thrown away.
    Life is not a race.
    Do take it slower
    Hear the music
    Before the song is over.

     

     

    zurück zum Anfang

     

     

    Hoffnung hoffen

     

    Das die Lippen
    die in
    einander
    ruhen
    sich verbinden
    eins werden
    bis das Feuer
    der Lust sie
    trennt.

     

    (L.Aura)

     

     

    zurück zum Anfang

    Parallelmelancholie

     

    kann                             es
    sein,
    dass der Tag                 vergeht
    und                               es
                                        bleibt
    ein kleiner
    Trost
    und                               es
                                        kommt
    eine Hoffnung
    auf morgen
    die                                vergeht
    vergeht.

     

    (L.Aura)

     

    zurück zum Anfang