• life sucks - was hat man für Aussichten

  • ten month later - zehn Monate später

  • moments...

  • Selbsterkenntnis

  • Der flexible Mensch

  • Eiland

  • Zeit zum Aufstehen

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    Life sucks – was hat man für Aussichten ?

     

     

    Ich gehöre zur „no-future Generation".

    No future – keine Hoffnung.

    Aber Spaß haben, hier und jetzt. Koste es was es wolle.

    Spaß ! Feiern ! Freunde ! Party !

    Der einzige Sinn. Leben in der Gegenwart, im hier und jetzt, in diesem Augenblick.

    Just for fun !

    Was sonst ? Keine Ahnung ! Wie´s weiter geht ? Keine Ahnung !

    Pessimist ? Nein. Optimist ? Ja.

    Ich lebe jetzt, genieße es ! Mache mir keine Sorgen über die Zukunft.

    Weit weg !! Genauso die Vergangenheit. Was war, ist gewesen.

    Es ist mir egal, wie sich die Dinge entwickelt haben, warum sie sich so entwickelt haben.

    Was hätte passieren können, wenn ich dies oder das getan hätte ? Egal !

    Ich will handeln, sehen was passiert, nicht analysieren.

    Meine Hoffnung : Spaß im Leben, Spaß beim Leben.

     

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    Ten month later – zehn Monate später

     

     

    Weiser ? Ja, ein wenig.

    Nicht alles ist so schlecht, wie es aussieht.

    Wenn man drüber nachdenkt !? Was ich heute öfter tue als damals.

    Immer noch ein aktives Mitglied der „no-future Generation".

    Aber ich kann was erreichen. Darf mich nicht einfach vom Strom mitreißen lassen.

    Eigeninitiative ! Handeln ! Nachdenken !

    Schon sieht die Welt nicht mehr ganz so trist aus.

    Sicher, nicht alles ist so, wie es sein könnte. Aber wäre es nicht langweilig, wenn alles perfekt wäre ?

    Wie nah man an den Zustand der absoluten Zufriedenheit herankommt - eine Frage der Persönlichkeit.

    Jeder bestimmt, was aus seinem Leben wird. Ich bin für alles was ich tue verantwortlich.

    Eine große Aufgabe. Eine große Herausforderung.

    Keine Lust mich irgendwo einordnen zu lassen.

    Schubladen, Schränke, Zimmer, Häuser, Städte, Länder.

    Was soll das ? Ich denke, also bin ich. Ich bin, egal was ich denke.

    Also, warum Rechenschaft ablegen ?

    Die Gedanken sind frei – ich bin frei.

    Zumindest sollte ich frei sein. Ihr kennt die Gesellschaft.

    Niemand, der nicht absolut dem main stream angehört, wird wirklich akzeptiert. Leider !

    Akzeptanz ! Toleranz ! Aufgeschlossenheit !

    Alles wäre viel einfacher. Ich bräuchte kein Doppelleben führen.

    Keine trügerische Fassade aufrecht erhalten. Zum Selbstschutz ? Zum Schutz der anderen ?

    Energie ! Energie, die verloren geht. Energie, die anderweitig besser genutzt werden könnte.

    Aber wie ein Ende finden ? Ist es da und ich sehe es nicht ? Gibt es überhaupt ein Ende ?

    Muss ich die Situation, die alles beendet selbst herbeiführen ?

    Das würde Manipulation bedeuten. Ich habe genug mit meinem Handeln zu verantworten.

    Warum mir anderer Leute Kopf zerbrechen ?

    Die sind genauso für sich verantwortlich, wie ich für mich.

    Verantwortung ! Bewusstsein ! Bewusst werden !

     

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    moments...

    Ein Gefühl der Leere, der Kraftlosigkeit hat mich ergriffen! Mein Körper ist schwach und ich besitze 
    auf keiner Ebene die Möglichkeit ein greifbares Ziel oder Ende zu finden. Der Kopf scheint kurz 
    vorm Explodieren zu sein. Es ist ein bedrückendes und beängstigendes Gefühl und auch ein Zustand, 
    dem man hilflos gegenüber steht, weil sich nichts in der Nähe findet, nichts was Halt und Sicherheit gebietet. 
    In diesem Moment ist man so schwach und so verletzlich, da man sich nicht dieser erwehren kann, 
    sondern ihr ausgeliefert ist, dieser Ohnmächtigkeit!
    Woher kommt sie? Was verursacht sie? Wie kann ich sie überwinden?

    Kaos, 28.11.00

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    Selbsterkenntnis

     

    Viele Menschen versuchen, sich über ihr Äußeres, über die Art Ihres Auftretens und den Grad 
    ihrer gesellschaftlichen Stellung zu definieren. Sie halten es dabei nicht für notwendig, 
    sich selbst zu erkennen - aber dies ist der einzig wahre und reale Schritt, den jeder machen sollte, 
    bevor er sich eine Welt aufbaut, die aus projizierten Idealbildern besteht und nicht wirklich glücklich macht. 
    Denn wer will schon an sich selbst "vorbeileben"?

     

    Jeni, 29.12.00

     

     

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    Zitat aus Richard Sennett "Der flexible Mensch"

     

    "Wer braucht mich?" ist eine Frage, die der moderne Kapitalismus völlig zu negieren scheint. 
    Das System strahlt Gleichgültigkeit aus. Es tut dies bei den Ergebnissen menschlichen Strebens 
    ebenso auf den Märkten des Alles oder Nichts, wo es kaum noch eine Verbindung zwischen 
    Risiko und Belohnung gibt. Der Gewinner bekommt alles. Es strahlt in der Organisation 
    der Wirtschaft Gleichgültigkeit aus, wo das Fehlen von Vertrauen keine Rolle mehr spielt, 
    wo Menschen behandelt werden, als wären sie problemlos ersetzbar oder überflüssig. 
    Solche Praktiken vermindern für alle sichtbar und brutal das Gefühl persönlicher Bedeutung, 
    das Gefühl, für andere notwendig zu sein. Man könnte einwenden, daß der Kapitalismus immer so war. 
    Aber nicht in dieser Weise. Die Gleichgültigkeit des alten, klassengebundenen Kapitalismus war grob materiell; 
    die Indifferenz, die der flexible Kapitalismus ausstrahlt, ist persönlicher, weil das System selbst 
    weniger definiert ist, in seiner Form weniger lesbar. Enrico wußte, wo er stand; die alten 
    griechischen Bäcker hatten ein klares Bild, ob nun richtig oder falsch, von ihren Freunden und Feinden. 
    Es war eine Gewohnheit des Marxismus, Verwirrung als falsches Bewußtsein darzustellen; 
    in unseren Umständen ist das eine präzise Widerspiegelung der Realität. 
    Daher rührt auch die persönliche Verwirrung angesichts der Frage: Wer in dieser Gesellschaft braucht mich?

     

     

     

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    Zitat aus Aldous Huxleys "Eiland"

     

    Wenn ich nur wüsste, 

    wer ich tatsächlich bin,

    würde ich aufhören, 

    mich als derjenige zu benehmen,

    der ich zu sein glaube;

    und wenn ich aufhören würde, 

    mich wie der zu benehmen,

    der ich zu sein glaube, 

    würde ich wissen,

    wer ich bin.

     

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    Zeit zum Aufstehen

     

    Autor: Peter Kafka

    Anmerkungen zur Überwindung der globalen Beschleunigungskrise.

    Stark erweiterte Bearbeitung des freien Redebeitrags bei Symposium 

    "Gesellschaft und Bildung im 21.Jahrhundert" des Hessischen Kultusministeriums am 10. Oktober 1997 in Wiesbaden.

     

    Aufgrund seiner Länge ist dieser Text nur als download erhältlich.

     

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