• Zur Anthropologie der Sucht

  • Suchtgefährdung

  • Sucht und Abhängigkeit

  • Ohne Sucht wäre ich ein ausgeblasenes Ballönchen

  • Abhängigkeit von psychoaktiven Substanzen

  • Schlaflos

  • Die psychedelische Erfahrung

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    Ich kannte einen Mann, der blind war. Als er ungefähr 40 Jahre alt war, ließ er sich operieren und gewann sein Augenlicht zurück.

    Wie glücklich muss er gewesen sein.

    Zuerst war er überglücklich, wie in Trance, berauscht: Farben, Gesichter, Landschaften und auf einmal, da sah er alles anders. Die Welt war viel ärmer, als er sie sich vorgestellt hatte. Niemand hatte ihm je gesagt, wie viel Schmutz zu sehen war und wie viel Hässlichkeit. (...) Nachdem er wieder sehen konnte, begann er sich zu fürchten. Er begann von da an, im Dunkeln zu leben. Er verließ nie mehr sein Zimmer.

    (aus: Beruf: Reporter von Michelangelo Antonioni, 1975)

    von Marco Tettamanti

     

    In der Anthropologie macht man sich die heutigen molekularbiologischen Forschungsergebnisse zunutze, um die evolutive Bedeutung der Sucht zu erklären. Man nimmt an, dass im Laufe der Evolution bestimmte strukturelle und

    physiologische Bedingungen entstanden sind, die beim Vorhandensein günstiger sensorischer Reize einen Motivationszustand auslösen konnten. Motivation wirkt als treibende Kraft, solche Erlebnisse zu wiederholen (beziehungsweise zu vermeiden).

    Da diese biologischen Eigenschaften auf die Wirkung von Genen zurückzuführen sind, nimmt man zudem an, dass die spontane Variabilität des Genoms bei manchen Individuen zu einer besonderen Empfindlichkeit gegenüber Endorphinen geführt hat; das heißt, diese Individuen waren übermotiviert: "süchtig". Demzufolge besteht die Ansicht, Menschen mit solchen Merkmalen wären zwar benachteiligt, da sie aus dem emotionellen Gleichgewicht fielen; sie würden aber von der natürlichen Selektion nicht eliminiert, weil sie vom Standpunkt der Erhaltung unserer Spezies aus vorteilhaft seien. Da sie von einem einzigen Impuls dominiert waren (wie jagen, reisen), konnten sie vermutlich durch die verschiedensten Entdeckungen eine entscheidende Rolle für die kulturelle Entwicklung spielen. Als erfolgreiche Individuen verbreiteten sie diese Überempfindlichkeit im menschlichen genetischen Pool. Anthropologisch gesehen sind von diesen ursprünglichen Erfahrungen nur die

    Hüllen übriggeblieben: die Süchte. Der Inhalt ist verloren gegangen oder, besser gesagt, zum Mythos geworden. Den Versuch, die Mythen durch Verblendung wieder aufs Leben zurückzuführen, nennt man Mystik. Mystik ist ein wesentlicher Punkt der Sucht; Süchte tragen sie in sich. Und in diesem anthropologischen Phänomen der Entstehung der Mythen findet man schon einen Grund, weshalb Süchte ein Scheitern sind:

    Weil die Mythen eine symbolische Darstellung der ursprünglichen Erlebnisse des Rausches sind.

    Die Wünsche nach diesem Rausch müssen unbefriedigt bleiben, weil die Bedeutung der Mythen lediglich im Symbol selbst liegt.

    Diese Bedeutung geht verloren, sobald man versucht, das Symbol anders umzusetzen.

    Im allgemeinen beruhen die Süchte auf der Illusion, man sei durch die vollständige Erklärung der Mythen in der Lage, diese zu erleben. Heutzutage sind wir aber von der Welt der Mythen durch die Komplexität unserer Lebensweise getrennt. Dadurch entstehen mehr Fragen, als Antworten gefunden werden können. Der Mensch unterliegt seinen kognitiven Strukturen oder, anders ausgedrückt, er ist nicht in der Lage, alles, was von ihm wahrgenommen wird, zu erklären.

    Es bleibt ihm nur übrig, den Weg zur Weisheit zu verfolgen. Aber die Weisheit wurde von der Gesellschaft schon lange verbannt, denn jene würde den Grund des Bestehens der Gesellschaft gefährden: den Fortschritt. Wurde der Fortschritt tatsächlich durch die ersten "Süchtigen" ermöglicht, so ist dieser heutzutage immer noch auf Süchtige angewiesen. Fortschritt macht süchtig, weil er Süchtige braucht. Da ihm der Weg zur Weisheit verbannt ist, ist das Individuum gezwungen, die Transzendenz über Wissensanhäufung zu verfolgen. Verloren, verwirrt, wird es vom Unbegreiflichen unterdrückt. Eventuell wird es versuchen, seinen Mangel an Befriedigung mit immer neuen Kenntnissen zu decken, in der Hoffnung, damit die fehlenden Lücken endlich zu füllen. Der Zusammenhang zwischen Sucht und Sehnsucht ist schon in der Etymologie offensichtlich. Sehnsucht will das Andere: sie ist definitionsgemäss Bewegung, Unduldsamkeit gegenüber dem Sachverhalt. Um ihr Ziel zu erreichen, ist sie zu allem bereit; deshalb ist sie eine revolutionäre Kraft. Sie ist aber vor allem unvernünftig, indem sie alle herrschenden Gesetze verneint. Es gelingt der Sehnsucht, das Individuum durch den Glauben aus der Realität herauszuziehen und es so dazu zu führen, seine Existenz wieder ernst zu nehmen. Wegen der Zufälligkeit seines Lebens, das nur als Anhäufung unterschiedlicher und unwiederholbarer Ereignisse erscheint, bleibt das Individuum ohne Identität, ohne Würde. Im Gegenteil ist das Individuum im ganz besonderen Raum der Sehnsucht wieder im Zentrum seiner Welt. Aber wenn der Glaube absolut ist, ist dies bei der Sehnsucht nicht der Fall. Sehnsucht kennt keinen Stillstand: sie will immer fort und immer etwas Neues. Und so geht die Sehnsucht in die Sucht über. Einerseits ist die Menschheit ernüchtert, weil sie schon alles erprobt hat; die Form ihrer Phantasie ist die der Vernichtung: Schauder und Gewalt. Andererseits kann sich die Sehnsucht in einer unmenschlichen Welt nur durch unterirdische, unkontrollierbare Ausflüchte ausdrücken, die sehr oft Selbstvernichtung bedeuten. Drogen erscheinen dann besonders geeignet, die Türe des Rausches zu öffnen; nämlich, weil sie etwas Mystisches in sich tragen. Wenn das Individuum aber von seelischen Spannungen gequält ist, werden diese durch die Drogen hervorgehoben. Auf der Suche nach Betäubung gegen unerträgliche Leiden, stürzt es in die Hölle der Sucht.

    Zu einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema Sucht ist zu sagen, dass die Triebe, von denen in früheren Gesellschaften die Rede war, in der heutigen Diskussion lieber durch Süchte ersetzt werden. Die Proliferation der Süchte deutet auf die Armseligkeit unserer Zeit hin. Die Menschen verstehen sich nicht mehr als autonome, tätige Wesen (Trieb), sondern bloss als Maschinen (Sucht).

     

    Anmerkungen:

    (1) Endogene Morphine ­ kurz Endorphine ­ sind die vom Körper

    ausgeschüttete molekulare Basis der Motivation wie auch des Schmerzes

    und der Freude.

    (2) Weisheit verstehe ich als Fähigkeit (oder auch Instinkt), sich zu

    beschränken, sich nur jenes zu merken, was auf einer individuellen Skala

    gelernt werden kann.

     

    Literatur:A. Schuller, J.A. Kleber (Hg.), Gier: zur Anthropologie der Sucht,

    Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 1993.

     

     

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    Suchtgefährdung

     

    Suchtgefährdung ist das Ausmaß der Gefahr, in eine Substanzabhängigkeit (Drogenabhängigkeit) zu geraten. Vermutlich ist jeder Mensch potentiell suchtgefährdet, neigt zu süchtiger Fehlhaltung. Sucht entsteht nicht aufgrund einer einzigen Bedingung, sondern hat immer Begleitumstände, die unterschiedlich benannt und gewichtet werden. Sie erwächst sowohl aus der Sozialisation in der Kindheit und Jugend (Familienhäufungen) als auch aus der Unfähigkeit, mit einer als unerträglich empfundenen inneren und äußeren Realität umzugehen. In Zeiten, die durch Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit vieler Menschen gekennzeichnet sind, kann nicht nur der Genuss, sondern oftmals Problemverdrängung als Grund für hemmungslosen Drogenmissbrauch angenommen werden.

    Autor: Minka Dott

     

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    Sucht und Abhängigkeit

     

    Drogenabhängigkeit bedeutet einen akuten und chronischen Missbrauch von Drogen, wobei die Grenze zwischen beidem schwer zu ziehen ist. Sie ist individuell unterschiedlich und abhängig von der Art der Droge.

    Das Probieren sogenannter "weicher" Drogen (Cannabis, Ecstasy) bedeutet nicht gleich Abhängigkeit. Sie können jedoch emotionale und psychische Abhängigkeit bewirken. Bei "harten" Drogen, wie Kokain und Heroin, ist die Gefahr süchtig zu werden, wesentlich größer. Dabei spielt die soziale Kontrolle innerhalb einer Gruppe eine große Rolle, denn nicht allein das Vorhandensein einer Substanz bedingt eine Abhängigkeit, sondern vor allem die persönliche Veranlagung und individuelle Bereitschaft zum fortgesetzten Konsum einer Substanz.

    Sucht wird seit 1968 als Krankheit anerkannt. Sie bedeutet die radikale Passivierung der Persönlichkeit mit der Tendenz der Selbstzerstörung. Ihre Kriterien sind :
                              - der Zwang, das Mittel fortgesetzt zu nehmen, auch unter

                                 beschwerlichen und riskanten Umständen,

                              - die Tendenz, die Dosis zu steigern 

                                (Toleranz, pharmakologische Gewöhnung),

                              - Unterbrechung des Drogenkonsums führt zu spezifischen

                                 Entzugssymptomen,

                              - Drogengebrauch nicht mehr, um sich besser zu fühlen, 

                                 sondern um einen unerträglichen Spannungszustand zu

                                 beseitigen.

    Ein suchtkranker Mensch ist nicht mehr selbstbestimmt. Je abhängiger er ist, desto weniger kann er Alternativen zur Lebensbewältigung entwickeln, desto mehr ist sein soziales Umfeld zerstört. Körperlicher und geistiger 

    Zerfall sind am Ende kaum noch aufzuhalten. Jede Art von Ausgrenzung oder Negierung dieser nicht nur persönlich, sondern auch gesellschaftlich zu verantwortenden Verelendung ist heuchlerisch. Die zusätzliche

    Kriminalisierung führt zu einer Kette ohne Ende. Es ist festzustellen, dass die vorherrschende, auf Abstinenz ausgerichtete Politik auch nicht zu durchschlagenden Erfolgen geführt hat. Verbote stellen zwar eine gewisse Hemmschwelle dar, reizen aber geradezu zu Überschreitungen. Außerdem müssen Jugendlichen Drogenverbote heuchlerisch erscheinen - bei dem allseits erlebten Missbrauch von Alkohol, Tabak und Medikamenten.

    Autor: Minka Dott 

     

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    Tango der Ideale und der Drogen

    - Ohne Sucht wäre ich ein ausgeblasenes Ballönchen -

    von Caterina Klusemann

     

    Epitaphs

    Fu I

    Fu I loved the high cloud and the hill

    Alas, he died of alcohol.

     

    Li Po

    And Li Po also died drunk.

    He tried to embrace the moon

    In the yellow river.

    Ezra Pound

     

    Gummibärchen sind eine Sucht. Und Alkohol. Die Eifersucht, und die unglückliche Liebe.

    Sucht ist, wenn ich eine Leere verspüre, und etwas finde, was sie stopft.

    Ohne Sucht kann ich nicht mehr funktionieren. Ich kann nicht sein ohne Sucht, ich brauche dieses Etwas immer wieder. Ich brauche mehr. Sucht gibt mir einen Sinn, treibt mich voran, nach vorne, weiter, sie hält mich am Streben. Ohne Sucht wäre ich ein ausgeblasenes Ballönchen...

    Wahrheit, Wissenschaft, Poesie, Liebe, Gott: alles Süchte.

    Sucht ist Streben. Es betört mich, und der Kiff und der Alkohol auch. Er sucht, die Sucht, Eifersucht, Sehnsucht, Selbstsucht. Gesucht. Aber nie gefunden. Glücklich bin ich nicht, aber ich bewege mich vorwärts. Ich werde gefördert. Wenn ich trinke und kiffe, fülle ich mich mit wohliger Wärme, ich bin von pfefferminzigem Blut gefüllt, ich habe Ruhe. Wenn ich von Idealen träume, habe ich einen Sinn im Leben. Klar fehlt mir etwas, aber wenigstens weiss ich, was dagegen zu tun ist. Wenn ich zu unzufrieden bin, trinke ich. Dann scheint mir das Leben einen Sinn zu haben. Ich lebe danach, und wenn es mir zuviel wird, kann ich einen Schluck trinken. Ich kann es einfach nicht lassen, es hält mich am Leben, es ist so traurig, so trüb. Natürlich kann man auch zufrieden sein mit dem, was man hat. Aber gut muss man dies tun. Zufriedenheit ist kein einfaches Spiel. Ich bin lieber süchtig, das kann ich gut. Etwas gut zu machen, ist das Einzige, wofür es sich lohnt zu leben, habe ich gelernt. Man hat sie mir von klein auf beigebracht, diese scheisswunderbare Sucht.

    Sucht macht mich selig.

     

     

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    Abhängigkeit von psychoaktiven Substanzen

    Neuroadaption, Ionenkanäle und Barbiturate oder:

    Wissenschaft macht süchtig

    Von Caterina Klusemann

     

    Nach Definition der World Health Organization (WHO) ist Abhängigkeit von einer psychoaktiven Substanz vorhanden, wenn:

    Die Person die Kontrolle über den Konsum der Substanz verloren hat.

    Die Substanz wird über längere Zeitspannen in grösseren Mengen konsumiert.

    Versuche, den Konsum zu unterbrechen, bleiben erfolglos.

     

    Der Konsum der Substanz im Verhaltensrepertoire der Person überrängig wird, das heisst viel Zeit mit substanzverwandten Aktivitäten verbracht wird, während wichtige soziale, berufliche oder Freizeitbeschäftigungen vernachlässigt werden. Der Gebrauch der Substanz wird nicht eingestellt, obwohl das Bewusstsein vorhanden ist, daß wiederholte physische oder psychische Probleme durch deren Konsum verursacht werden.

    Neuroadaption eintritt, das heisst, Toleranzerhöhung und Entzugserscheinungen vorhanden sind. Unter Toleranzerhöhung versteht man einen Zustand, in dem nach wiederholter Zufuhr die Dosis gesteigert werden muß, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen. Entzugserscheinungen kommen vor, wenn der Organismus auf die ständige Gegenwart der betreffenden Substanz angewiesen ist. Der Entzug der Substanz kann zu schweren körperlichen Schäden, eventuell zum Tod führen.

    Obwohl die Übergänge fliessend sind, wird in der Praxis oft zwischen physischer und psychischer Abhängigkeit unterschieden: Die psychische Abhängigkeit unterscheidet sich von der physischen dadurch, daß ein Verlangen und nicht ein Zwang dazu führt, die Substanz einzunehmen. Es ist keine Neigung zur Steigerung der Dosis vorhanden, und es treten keine somatischen Entzugssymptome auf. Aus psychologischer Sicht stehen bei Abhängigkeit eher die tiefer liegenden Gründe des Suchtverhaltens im Vordergrund (das Verdrängen von Sorgen, der Ersatz für fehlende Gefühle, das Vermeiden von Konflikten oder Schmerzen) sowie die unrealistische Einschätzung (das trügerische Gefühl, jederzeit den Konsum aufgeben zu können) und die zunehmende Einengung des Verhaltensspielraums. Als psychische Abhängigkeit werden in diesem Sinn auch eine Zahl von Tätigkeiten miteinbezogen, die man stoffungebundene Abhängigkeiten nennt, wie Fernsehen, Geldspiel, Einkaufen oder Arbeiten. Die meisten der uns bekannten Suchtmittel werden schon seit Jahrtausenden konsumiert und zu religiösen und medizinischen Zwecken, aber auch zur Erheiterung der Konsumierenden verwendet. Psychopharmakologische Prozesse, die für die Abhängigkeit verantwortlich sein könnten, werden heute durch neuropharmakologische und neuroanatomische Versuche oder durch Verhaltensstudien an Labortieren erforscht. Ein gut untersuchtes Beispiel ist die Alkoholabhängigkeit. Alkohol inhibiert die Kontrollmechanismen des zentralen Nervensystems (ZNS) und ruft bei kleineren Mengen Stimulierung des ZNS und Euphorie hervor.

    Bei grösseren Mengen werden Kritik-, Urteilsfähigkeit und das Gedächtnis gehemmt, Gleichgewichtstörungen treten ein. Bei sehr grossen Mengen können Bewusstlosigkeit, Unterkühlung und zuletzt Atemstillstand auftreten. Es wird angenommen, daß Alkohol alle Ionenkanäle, die im ZNS auf bindende Moleküle reagieren, beeinflussen kann. Bei einem Alkoholentzug können erhöhte Sinnesreizungen, Ängste, Schlaflosigkeit, Übelkeit, Alpträume und, in extremen Fällen, Delirium Tremens (Orientierungslosigkeit, Halluzinationen) auftreten. Komplikationen bei Alkoholabhängigkeit sind meist durch Unfälle verursacht, aber auch durch Krankheiten, wie Fettleber, alkoholische Hepatitis, Leberzirrhose (die alle von der Transformation des Alkohols in Acetaldehyd in der Leber abhängen), Magenentzündungen, Herzerkrankungen, Impotenz, die direkt vom Alkohol beeinflusst werden. Während Schlafmittel und Beruhigungsmittel (Benzodiazepine und Barbiturate) ähnlich wie Alkohol wirken, haben psychostimulierende Stoffe wie Kokain und Amphetamin hauptsächlich euphorisierende und appetitzügelnde Wirkung. Sie wirken auf die dopaminergen Neuronen des ZNS, die eine wichtige Rolle im Befriedigungsprozess und in der Antwort auf körpereigene stimulierende

    Substanzen spielen und beeinflussen diese längerfristig. Sehr starke Abhängigkeit kann eine Folge des Konsums dieser Stoffe sein, Depressionen und Müdigkeit treten bei Entzug auf. Opiate wirken auf Opioidrezeptoren im Hirn und erzeugen ebenfalls starke Abhängigkeit. Bei Tabak schätzt man, daß Nikotin einer der wichtigsten suchtfördernden Stoffe sei, während bei Cannabis und halluzinogenen Stoffen noch keine physischen Abhängigkeiten nachgewiesen werden konnten. Meistens genügt auch nicht ein Suchtmittel allein, eine Person süchtig zu machen: die Alltagssituation, die Umwelt, die Normen und die jeweilige Persönlichkeitsstruktur helfen stark mit.

    In Basel sind, gemäss der Definition des WHO, etwa 10000 Personen vom Alkohol abhängig, 7500 von Medikamenten, 3000 von Opiaten und Kokain. In der Schweiz sind 1,7 Millionen Menschen tabaksüchtig.

    Quellen:

    Paul K. Munson, Principles of Pharmacology, Chapman and Hall, 1995, Seiten

    418-455

    Informationen über Drogen der Fachstelle für Alkohol- und Drogenfragen,

    Schanzenstrasse 11/13, 4004 Basel

     

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    Schlaflos

      

    Hitze und Mücken halten mich wach.

    Und die Gedanken !

    Wie viele schlaflose Nächte habe ich hinter mir ?!

    Ich bin müde. Ich möchte schlafen.

    Schlafen und aufwachen – und all meine Probleme sind weg !

    Doch das ist schwierig. Glücklichsein ist schwierig !

    Fröhlichsein für ein paar Stunden ? Easy, nichts leichter als das.

    Der Dealer an der Ecke hat, was Du brauchst.

    Doch Du bist auf der Flucht. Die Droge, Dein Fluchtwagen.

    Aber auch dem geht irgendwann einmal der Sprit aus.

    Und dann ?

    Entweder Du besorgst Dir einen neuen oder Du siehst ein, dass die Flucht zwecklos ist.

    Stellst Dich der Realität, beginnst an Dir zu arbeiten, mit Dir zu kämpfen.

    Einsamkeit macht sich breit. Die Suche nach Geborgenheit.

    You know what I mean ?

    Doch man kann nur gewinnen, wenn man wieder anfängt

    sich bewusst mit seinem Umfeld auseinander zu setzen.

    Ich nehme die Dinge wieder deutlicher war.

    Manches schmerzt. Doch das Leben hat auch schöne Seiten !

    Träume. Ich beginne wieder zu träumen.

    Ich konnte mich gar nicht mehr daran erinnern, wie schön träumen sein kann.

    Und die Natur, die Stille, Tiere, der Mond.

    Dinge, die ich jetzt erst wieder richtig wahrzunehmen beginne.

    Dinge, die ich nie wieder missen möchte.

    Dinge, die mir helfen mein Leben wieder auf die Reihe zu bekommen,

    mich zu sammeln, von vorne anzufangen.

    In kleinen Schritten der Realität entgegen.

    Auch wenn der Weg über Scherben führt.

     

     

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    Die psychedelische Erfahrung

     

    Es wurde schon eine Menge über die Eigenschaften von Psychedelika geschrieben und besonders im Internet findet man einige exzellente Texte. Der bekannteste ist wohl The Psychedelic Experience von Dr. Timothy Leary, dem Großmeister der psychedelischen Bewegung. Es ist aber bis jetzt kein ordentlicher Text erschienen, der den psychedelischen Debütanten auf das Erlebnis vorbereitet oder den interessierten, unerfahrenen Menschen das Thema auf einfache Art und Weise darstellt. Dieser Text ist ein Versuch in diese Richtung.

     

    Auf Grund seiner Größe steht dieser text nur als download zur Verfügung.

     

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